Die Redaktion www.poppelsdorf.de hat diese Seiten dem ehem. Leiter der Sammlung Stöcker, Helmut Uessem, zu seinem 75. Geburtstag.
gewidmet.

Poppelsdorfer  Heimatsammlung

 Stöcker

Tasse des Kurfürsten Clemens-August/Zinnteller aus dem Hausrat des Schlosses

Gebetbuch aus der kurfürstlichen Zeit

Schüssel der alten Kapelle

Soennecken

Porzellan- und Fayencemanufaktur Ludwig Wessel

Der langjährige Leiter: Helmut Uessem

 

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©www.poppelsdorf.de/Redaktion 

13.08.08 20:46

 

Sternenburgstr. 23, Poppelsdorf

im Hause der Clemens-August-Schule

Öffnungszeiten:

Mi 9.30 - 11.00 Uhr

Do 14.30 - 16.30 Uhr

Weitere Besuchszeiten können gerne vereinbart werden :

Leiter der Sammlung: Christian Kleist, Tel.: 234890, oder:

 Helmut Uessem, Tel.:  611786, Fax 6200920, oder:

Prof. Wolfgang Alt, Tel.: 735577 oder 3919621, oder:

Heribert Faber, Tel.: 210856

Eintritt frei !

Während der Schulferien nur nach Vereinbarung

Busverbindungen: 620, 624, 625, 611 (Poppelsdorfer Platz)

 

Was bietet die Sammlung ?

Poppelsdorf in der kurfürstlichen Zeit, Dokumente und zeitgenössische Darstellungen

Poppelsdorf zu den Zeiten der Belagerungen der Stadt Bonn

Zeit des Kurfürsten Clemens August

Schloß Clemensruhe, alte Ansichten und Pläne

Alte Poppelsdorfer Kapelle, heutige Pfarrkirche

ehem. Synagoge

Lutherkirche

Wallfahrtststätte auf dem Kreuzberg, Hl. Stiege

Sternenburg, Katzenburg

Handwerk und Industrie

Porzellan-, Steingut- und Fayencemanufaktur Wessel

Schreibzeug und Büroprodukte der Firma F. Soennecken

Bonner Persönlichkeiten auf dem Poppelsdorfer Friedhof

Poppelsdorf und die Universität „Campus Poppelsdorf“

Botanischer Garten

Dias und Videofilme zur Geschichte Poppelsdorfs

Literatur und viele ortsbezogene Informationen

 

 
Wechsel im Heimatmuseum
Von VERENA KARRASCH

POPPELSDORF.14 Jahre hat Helmut Uessem (76) die Poppelsdorfer Heimatsammlung betreut und systematisch ausgebaut - sie legt mehr denn je Zeugnis von der lebendigen kurfürstlichen und industriellen Geschichte des Bonner Vorortes ab. Just an dem Tag, an dem vor 50 Jahren der verstorbene frühere Ortspfarrer Rudolf Stöcker den Grundstock der Sammlung legte, hat Uessem sein Amt in fachkundige, jüngere Hände weitergegeben: „Mach et jot, Jung“, vertraute der erfahrene Bewahrer „seine“ Sammlung Heimatforscher Christian Kleist an, der für ihn alle Voraussetzungen als Nachfolger mitbringe.

Der Biologe weiß fachkundlich auch gleich viel zu berichten, vor allem über sein Spezialgebiet Soennecken. Bei der Erforschung dieses früheren Poppelsdorfer Unternehmens hatten der alte und der neue Betreuer auch ihr gemeinsames historisches Interesse entdeckt. Seit der Gründung des Fördervereins Poppelsdorfer Geschichte vor sieben Jahren ist die Spurensuche für Christian Kleist mehr als ein Hobby geworden. Trotz Berufstätigkeit als Ingenieur für Büroplanung will der 59-Jährige die ehrenamtliche Betreuungsarbeit übernehmen. Dafür steht ihm ein Kreis von Heimatfreunden hilfreich zur Seite, so dass die Öffnungszeiten auch weiterhin eingehalten werden können. Dass die umfangreiche Sammlung im ersten Stock der Clemens-August-Schule auch in Zukunft erweitert wird, dafür setzte er gleich den Anfang und übergab noch zwei letzte Buchzeugnisse der Poppelsdorfer Industrie in die Hände Uessems. Doch rückt damit für ihn ein räumliches Platzproblem näher, bei dem ihm auch Uessems Erfahrung nicht weiterhelfen kann.

Ganz auf dessen Unterstützung muss er aber künftig nicht verzichten. Besonders was die Fähigkeit des ehemaligen Schulrektors angeht, Poppelsdorf als Heimatort gerade jungen Leuten näher zu bringen, wie auch Schulleiterin Iris Siebertz dankend hervorhob: „Helmut Uessem hat mit viel Liebe und Geduld die Kinder durch Entdecken lernen lassen. Für jeden Clemens-August-Schüler der letzten 14 Jahre war der Museumsbesuch ein absolutes Muss.“ Ihre Begeisterung und ihren Dank zeigten jene Helmut Uessem aus vollem Herzen mit zwei Ständchen, die natürlich um die Poppelsdorfer Geschichte kreisten.

(Quelle: Bonner Rundschau: KR)

 

Neues von Förderverein und Museum

Der Verein hat sich äußerst aktiv am Tag des offenen Denkmals beteiligt, mit Führungen durch die Buswagenhalle an der Karlstraße, durch das Gut Melb und die Kirche Sankt Sebastian. Der Verein zählt inzwischen über 100 Mitglieder. Es sind aber noch Plätze frei. Anmeldungen und Informationen in der Heimatsammlung, Schule, Sternenburgstraße 23 (Mittwoch 9.30 bis 11 Uhr, Donnerstag 14.30 bis 17 Uhr). Der Jahresbeitrag beträgt 16 Euro für zwölf Veranstaltungen. 

Nachdem die Aktion mit den alten Fotos eine so reiche Resonanz gefunden hat, ist das Team der Heimatsammlung auf der Suche nach neuen Dingen. Zurzeit bietet es sich an, Führungen durch das Museum zu bestellen. Es gibt neue Exponate, die helfen, das geschichtliche Bild Poppelsdorfs zu ergänzen. Es ist jetzt auch einfacher möglich, die Videobänder zur Industriegeschichte Soenneckens abzuspielen. Gruppen können auch außerhalb der Öffnungszeiten eine Führung buchen.

 

Erste Spuren bei der Fotosuche im Museum

Schon während der ersten Tage der Fotoausstellung in der Poppelsdorfer Heimatsammlung konnten erste Personen identifiziert werden. Denn das ist der Sinn dieser Aktion: Auf alten Fotos die Personen zu erkennen, ihre Namen festzuhalten und auch etwas über ihre Zeit zu erfahren.

Ein Beispiel: Es gibt da ein Bild mit vielen würdigen Männern, schwarz gekleidet, zum Teil mit Ordensspangen geziert. Sie blicken alle ernst zum Fotografen, halten eisern still bis zum erlösenden Zeichen. Dieses alte Foto ist auf Karton aufgezogen und mit einem malerischen Rand verziert. Der Hintergrund scheint auf den ersten Blick eine gemalte Kulisse zu sein, ein Hang draußen in freier Natur. Oben erkennt man einen kleinen Pavillon, auch eine Treppe ist zu sehen, die sich im Zickzack nach oben erstreckt. Fast genau in der Mitte steht ein Mann mit einer Fahne. Leider ist sie so zusammengefaltet, dass man die aufgestickte Schrift nicht erkennen kann. Von diesem Bild fehlte bis jetzt jede Information. Doch am ersten Tag der Ausstellung änderte sich das. Einer der ältesten Poppelsdorfer, der 91-jährige Christian Heinen, konnte helfen.

„Dat Bild kenne ich. Dat is der Poppelsdorfer Kriegerverein. Und dat is minge Vatter“ Mit Lupe und viel Geduld ging er von Gestalt zu Gestalt. „Und das ist der Baumeister Natter, der hät in Poppelsdorf vill Hüser gebaut.“ Unser Freund fand dann noch seinen Onkel und einen weiteren Familienangehörigen. Der Chronist schrieb alles auf. Wie alle anderen Fotos ist auch dieses mit Folie überzogen, damit leicht kleine Nummern aufgeklebt werden können, die dann mit der Namensliste das Wiedererkennen erleichtern. Nach einer Zeit, das kann man wohl verstehen, wurde der Besucher etwas müde, versprach aber wiederzukommen. Zum Abschied - und das war wie ein Geschenk - hatte er erkannt, woran der Hintergrund der Aufnahme erinnert: „Dat is in der Melb.“ Und zwar am Hang der „Jufferetrepp“, wo ganz früher ein Haus mit einem Imbiss gestanden hat. Sogar der Gartenzaun ist ganz gut am linken unteren Bildrand zu sehen. Das Foto lässt auch erahnen, mit welchem Aufwand unsere Vorfahren eine solche umfangreiche Gruppenaufnahme herstellten.

Die Ausstellung „Alte Fotos“ ist noch mindestens bis zum Pfarrfamilienfest am 23. Juni geöffnet. Denn es gibt noch viele weitere Bilder zu entziffern. Bis heute ist der Andrang groß. An den Nachmittagen kommen bis zu 25 Besucher.

 

Heimatsammlung Stöcker

Die Poppelsdorfer Heimatsammlung wurde von dem damaligen Pfarrer Stöcker bereits 1953 begonnen. Pfarrer Hans Rudolph Stöcker, 1891 in Elberfeld geboren, trat in Poppelsdorf sein Amt als Gemeindepastor im Jahre 1942 an. Seine Erfahrungen als Gymnasialgeschichtslehrer bewogen ihn, eine Sammlung zur Geschichte Poppelsdorfs zu beginnen. Sie sollte vor allem der Schuljugend des Ortes ein besseres Geschichtsverständnis der Heimat vermitteln. So trug er wertvolle Gemälde, Dokumente und andere Relikte aus der Vergangenheit Poppelsdorfs zusammen, deren Schwerpunkt in der Zeit der Kurfürsten hier am Ort lag. Als Pastor Stöcker nach den Folgen eines Unfalls in den Ruhestand gehen mußte, vermachte er seine Sammlung der Stadt Bonn, die mit Ratsbeschluß vom 13. Dezember 1962 diese Schenkung annahm.

Pastor Stöcker starb am 19. November 1965. Seine Ruhestätte findet man im Priestergrab auf dem Poppelsdorfer Friedhof.

Von dieser Zeit an wird die Sammlung im Schulgebäude der Clemens-August-Schule verwahrt und gepflegt. Über 350 Exponate - alte Stiche, zeitgenössische Gemälde, ortsbezogene Gegenstände und Fotos sind zu sehen. Seit 1989 wird die Sammlung ständig erweitert. Die Mithilfe des Ortsbundes Poppelsdorf und das Interesse der Bürger tragen die Arbeit für den traditionsreichen Ort. Fachlich begleitet wird die Arbeit durch das Stadtarchiv der Stadt Bonn und das Bonner Stadtmuseum. Das Schulamt der Stadt Bonn gewährt der Sammlung Gastfreundschaft im Schulhaus.

In jüngster Zeit wächst die Sammlung durch Exponate aus der Geschichte der früher bedeutungsvollen Poppelsdorfer Firmen Wessel und Soennecken. Jegliche Mitarbeit, Hinweise, Anregungen und fördernde Kritik sowie Überlassung von bedeutenden Dingen für die Sammlung sind jederzeit hochwillkommen! Ebenso wertvoll sind die Besucher, die ihre Erinnerungen mitbringen und berichten.