Die Karwoche, Ostern und Weißer Sonntag an St. Sebastian

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- Ostergottesdienste
- Was ist

Ostergottesdienste:

Gründonnerstag:

16:00 Uhr Abendmahlfeier der Kinder mit Fußwaschung

19:30 Uhr Abendmahlfeier der Gemeinde mit Fußwaschung, anschl. Anbetung in der Kapelle

21:45 Uhr Komplet

Karfreitag:

11:00 Uhr Kreuzwegandacht der Kinder

15:00 Uhr Liturgie vom Leiden und Sterben des Herrn, der Kirchenchor singt Motetten von Michael Praetorius, Gottfried August Homilius, Johann Sebastian Bach und Anton Bruckner

Karsamstag: 

09:00 Uhr Öffnung der Kirche zur stillen Anbetung

12:00 Uhr Speisesegnung

21:00 Uhr Weihe des Osterfeuers und Osternachtsfeier, anschl. Osteragape und Ostereiersuchen der Kinder im Pfarrsaal

Ostersonntag: 

10:30 Uhr Festhochamt

18:00 Uhr Abendmesse

Ostermontag: 09:00 Uhr Hl. Messe

10:30 Uhr Festhochamt unter Mitgestaltung des Kirchenchores: "Heiligmesse: Missa Sancti Bernardi von Offida" in B-Dur von Joseph Haydn

Erstkommunion an St. Sebastian, Sonntag ,29. April:

10:00 Uhr Versammlung der Erstkommunikanten im Pfarrsaal

10:30 Uhr feierliche Erstkommunion

18:00 Uhr Dankandacht der Erstkommunionkinder

19:00 Uhr Abendmesse

Montag 30. April:

keine Hl. Messe um 08:15 Uhr

10:00 Uhr Dankmesse der Kommunionkinder, anschl. gemeinsames Frühstück

 

Woche vor Ostern

Die Woche zwischen Palmsonntag und Ostern heißt Karwoche. "Kar" leitet sich vom mittelalterlichen Wort Wehklage, Sorge ab, das sich noch in dem englischen "care" findet. Kartage sind im engeren Sinn Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag. Die Vorsilbe "Kar" für den Montag, den Dienstag und Mittwoch hat sich nicht durchgesetzt.

 

PALMSONNTAG

Beginn der Karwoche

Mit dem Einzug in Jerusalem tritt die Mission Jesu mit einem verheißungsvollen Auftakt in ihre entscheidende Phase. Beim Evangelisten Lukas lesen wir, nachdem Jesus für den Einzug in die Stadt einen Esel herbei holen ließ:
" Als er an die Stelle kam, wo der Weg vom Ölberg hinabführt, begannen alle Jünger freudig und mit lauter Stimme Gott zu loben wegen all der Wundertaten, die sie erlebt hatten. Sie riefen: Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe." (Kap. 19, 37f)
Bei Matthäus steht das Wort "Hosanna in der Höhe", das in jeder Messe gesungen wird. Jesus hatte sich einige Zeit nicht in der Öffentlichkeit gezeigt, weil die Behörden ihn überwachten. Sein Erscheinen im Zusammenhang mit dem jüdischen Paschafest, zu dem viele Wallfahrer in die Stadt kommen, erregt Aufsehen. Er wird freudig begrüßt, als er auf einem Esel in die Stadt reitet. Dieser Zuruf "Hosanna - gesegnet, der kommt im Namen des Herrn, gesegnet das kommende Reich unseres Vaters David." (Mk 11,7; 10) wurde damals nicht allein religiös verstanden. Die Erwartungen richteten sich darauf, daß Jesus das Reich Davids wiederherstellen, d.h. die politischen Verhältnisse in Palästina ändern würde. Jesus entzieht sich dieser Erwartung. Er "nutzt" die Begeisterung der Menge nicht politisch aus. Vielmehr setzt er sich kritisch mit der religiösen Praxis auseinander. Er vertreibt die Händler, die für das kommende Fest Schafe und anderes verkaufen, aus dem Tempel. Die Evangelien referieren Streitgespräche mit den Theologen, den Schriftgelehrten und die Prophezeiungen Jesu vom Untergang der Stadt. Es läuft auf das Ende hin.

Der Hohe Rat behält diesen Prediger sorgfältig im Auge. Er mußte ein Interesse daran haben, daß er nicht zur Macht kommt. Denn es war abzusehen, daß die Römer einen jüdischen Aufstand mit brutaler Gewalt niederschlagen würden. Aus dem Blickwinkel der jüdischen Obrigkeit bestand die Möglichkeit, daß sich das Volk Jesus anschloß, es bestand aber keine Chance, daß die Römer zum Abzug hätten gezwungen werden können. Jesus hat sich allerdings klar gegen ein politisches Mandat entschieden. Der Ritt auf dem Esel wurde immer auch als Zeichen des Selbstverständnisses Jesu gesehen. Zur politischen Situation Palästinas, der römischen Fremdherrschaft und den herodianischen Vasallenkönigen hat Jesus nach den Berichten der Evangelisten nicht Stellung bezogen. Er hat seine Anhängerschaft nicht für politische Ziele eingesetzt. Die Herbeiführung eines bestimmten politischen Systems hat also nichts mit dem von Jesus angekündigten Reich Gottes zu tun. Es besteht höchstens dann ein Zusammenhang, wenn mehr Gerechtigkeit verwirklicht werden soll.

Der Ursprung der christlichen Palmsonntagsfeier geht wohl auf Jerusalem zurück, wo man die einzelnen Ereignisse des Leidensweges Jesu in eigenen Feiern und Riten nachbildete. Der Palmsonntag erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, wo das Volk ihm zujubelte.

 

GRÜNDONNERSTAG

Der Ursprung des christlichen Abendmahls, der Eucharistie

Am Abend des Gründonnerstags beginnen die drei Tage, in denen Jesus seinen Lebensweg vollendet. Die Ereignisse können nicht gegensätzlicher sein. Erfahrungen von Freundschaft gehen mit Verrat einher, der vom Volk verehrte Prophet gerät in die Mühlen der jüdischen und römischen Justiz, das Unglück nimmt seinen Lauf, nur wenige bringen die Kraft auf, Jesus auf dem Kreuzweg zu begleiten.
Am Abend vor seiner Kreuzigung hält Jesus im Zusammenhang mit dem jüdischen Passahfest das rituelle Mahl mit den 12 Aposteln, die für die 12 Stämme Israels stehen. Das Volk gedenkt am Paschafest der Befreiung aus Ägypten und des Durchzugs durch das Rote Meer. Dieses Mahl hat folgenden Ablauf:
- Segenssprüche über den ersten Becher Wein;
- Auftragen der ungesäuerten Brote und der Kräuter;
- Auftragen des Paschalammes;
- Erzählung der Auszugsgeschichte;
- 1. Teil des großen Hallel (Ps 113, 114, 1-8)
- Zweiter Becher;
- Verzehren des Paschalammes mit bitteren Kräutern und ungesäuertem Brot;
- Dritter Becher mit einer Danksagung über das Mahl;
- Vierter Becher mit dem zweiten Teil des Hallel (Ps 115 - 118)
Jesus hat Teile dieses rituellen Mahles, jedoch nicht den zentralen, den Verzehr des Lammes, aufgegriffen und mit einem neuen Sinn versehen. Dabei hat er die Darreichung des Brotes und des (vierten) Bechers mit Deute-Worten verbunden. In der christlichen Fortführung des Mahles wird Jesus selbst als das Lamm gesehen, das am Kreuz geopfert wurde. Der
1. Korintherbrief und die drei synoptischen Evangelien berichten mit etwas unterschiedlichem Wortlaut von dieser Umwidmung des Maholes. Der älteste Text ist der, den Paulus im 1. Korintherbrief zitiert:
"Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch dann überliefert habe: Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und sagte: Das ist mein Leben für euch.
Tut dies zu meinem Gedächtnis.
Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sprach: Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut. Tut dies, so oft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis" (1 Kor 11,23-25)
Jesus hat nicht ein Gedächtnismahl neu gestiftet, sondern ein kultisches Gedächtnismahl umgewidmet. Dabei konnte er an verschiedenen religiösen Inhalten des Paschamahles anknüpfen. Die Theologie zur Zeit Jesu bezieht das Paschamahl auf vier Nächte mit Offenbarungen Jahwes, eine Symbolik, die in der Osternachtsliturgie wieder aufgegriffen wird:
- Nacht der Schöpfung, in der die Welt noch dunkel war;
- Offenbarung an Abraham, Verheißung des Isaak;
- In der dritten Nacht erschlug Jahwe die Erstgeburt Ägyptens, verschonte aber die der Israeliten.
- In der vierten Nacht wird die Welt an ihr Ende gelangen, die Bande der Gottlosigkeit werden zerstört
werden ... und der neue Messiaskönig wird kommen.
Dieses Mahl ist als Eucharistiefeier (Katholiken und Orthodoxie) oder als Abendmahl der evangelischen Kirchen bis heute die zentrale Versammlung der Christen. Es wird auch an Werktagen, aber besonders am Sonntag zugleich als Gedächtnis an die Auferstehung Jesu gefeiert. Es ist nicht nur Rückblick, sondern es vergegenwärtigt die damaligen Geschehnisse. Zugleich greift es aus auf die Vollendung der Welt aus. Im Matthäusevangelium sagt Jesus: "Ich sage euch: "Von jetzt an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken, bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von neuem davon trinke im Reich meines Vaters." (Kap. 26, 28f). Mit dem Mahl wird ein neuer Bund gestiftet, es bewirkt die Vergebung der Sünden und wird so lange gefeiert, bis die Welt vollendet ist. Diese Vollendung wird wieder ein Mahl sein, das Jesus mit den Seinen feiert. Das ist eine Erklärung dafür, dass die Christen bis heute diese Mahlpraxis fortführen, denn die Vollendung der Welt mit dem dann endgültigen Mahl ist noch nicht eingetreten. Auch das jüdische Passahmahl war auf die Zukunft ausgerichtet. Zwar beginnt es mit dem Rückblick. Im Buch Exodus (13,8) heißt es: "An diesem Tag erzähl deinem Sohn: Das geschieht für das, was der Herr an mir getan hat, als ich aus Ägypten auszog." Es wird aber auch in Erwartung des Messias gefeiert. Die Christen sehen in Jesus den Gesalbten, den von den Juden erwarteten Messias. Jesus selbst war mit dem Anspruch aufgetreten, eine neue Heilszeit einzuleiten, er kündigte das nahe Hereinbrechen des Reiches Gottes an. Damit ist die messianische Zeit, auf die das Paschamahl ausgreift, bereits angebrochen. Es wird ein "Neuer Bund" zwischen Gott und seinem Volk gestiftet. Im Korintherbrief heißt es (11,24), ebenso bei Lukas (22,20): "Dieser Becher ist der Neue Bund in meinem Blut." Jesus nennt das Brot seinen Leib.
Mit Leib ist das ganze Wesen des Menschen gemeint. Seinen Leib hingeben, heißt dasselbe wie seine Seele hingeben, d.h. "sich selbst". Im Judentum wird diese Terminologie auf den Märtyrertod angewandt. Vor allem das Mittelalter hat darum gerungen, wie die Gegenwart Jesu in Brot und Wein zu verstehen ist. Schon für die Teilnehmer des jüdischen Mahles galt, daß der Bund eine bleibende Realität ist. Gott hat jeden Israeliten, nicht nur deren Vorfahren, befreit. Gleiches sagen die Christen von Jesus. Nicht nur den Jüngern ist in Brot und Wein die Lebenshingabe Jesu zuteil geworden, sondern allen, die in seine Jüngerschaft aufgenommen werden. Nachdem man im frühen Mittelalter darauf beharrte, es handle sich wirklich um Fleisch und Blut, konnte das Hochmittelalter eine Vorstellung des Aristoteles nutzen, um die Gegenwart Jesu im Brot adäquater zu beschreiben. Die Theologie spricht von Transsubstantiation, die Substanz ändert sich, das äußere Erscheinungsbild von Brot und Wein bleibt. Dieser Vorstellung wurde von der neueren Theologie durch ein symbolisches Denken weiter geführt. So wie eine Fahne ein Stück Stoff bleibt, aber nicht hingenommen wird, daß jemand auf der Fahne herumtrampelt, so ist auch das eucharistische Brot etwas Neues.

Die Bedeutung des Namens "Gründonnerstag"
Die Herkunft des Namens ist nicht völlig geklärt. Er leitet sich möglicherweise von dem mittelhochdeutschen Wort ab, das in den Worten "greinen" oder "grienen" noch fortlebt. Es würde sich dann auf die Wiedereingliederung der Büßer beziehen, die als "Weinende" gesehen wurden. Ihre Entlassung aus dem Büßerstand führte auch zur Bezeichnung "Antlaßtag". Möglicherweise kommt Gründonnerstag auch tatsächlich von Grün, weil im Mittelalter an diesem Tag grüne Meßgewänder getragen wurden.

Die Glocken verstummen
Das Abschiedsmahl wird in den Abendstunden als feierliche Messe gefeiert. In Abhebung zum Bußcharakter der Fastenzeit und des kommenden Karfreitags wird der Gottesdienst feierlich gestaltet. Es wird das Gloria gesungen, dabei läuten die Glocken, die dann bis zur Osternacht schweigen sollen. Der Volksmund sagt, daß sie nach Rom fliegen. Es werden bis Ostern auch nicht mehr die Schellen benutzt, mit denen die Meßdiener bestimmte Augenblicke im Gottesdienst herausheben. Sie benutzen kleine Holzplatten, auf die ein Holzklöppel montiert ist, so daß damit die Schellen ersetzt werden. Um die Menschen zum Gottesdienst einzuladen, gehen die Meßdiener mit Ratschen durch den Ort.

Fußwaschung: Vorgeschlagen, vor allem für Bischofs- und Abteikirchen, ist die Fußwaschung durch den Bischof, Abt bzw. Priester als Nachahmung des Vorbildes Jesu. Dieser hatte vor dem Mahl seinen Jüngern die Füße gewaschen. Im Mittelalter bildete sich der Brauch heraus, daß der Fürst und sogar der König die Fußwaschung innerhalb des Gottesdienstes vornahmen.

Ölbergandacht: Nach dem Ende des Gottesdienstes wird das konsekrierte Brot in einer Prozession zu einem Seitenaltar gebracht. Der Hauptaltar wird völlig abgeräumt, es bleibt kein Tuch auf ihm liegen. Die Entblößung des Altars stellt symbolisch die Entäußerung Jesu dar. Die Gläubigen bleiben still oder beten gemeinsam, um des Gebetes und der Todesangst Jesu am Ölberg zu gedenken. Der Tabernakel, in dem das eucharistische Brot aufbewahrt wird, wird manchmal "Heiliges Grab" genannt. Das geht auf folgenden Brauch zurück: Nach der Kreuzverehrung am Karfreitag wurde das Kruzifix oder nur der Corpus in ein Tuch gehüllt und symbolisch in ein Grab (meist in der Kirche) gelegt. In manchen Gegenden wurde auch konsekriertes Brot in das Grab dazugelegt. Der Gründonnerstag wird in der katholischen Kirche als besonderer Tag der Priester und der priesterlichen Gemeinschaft gesehen, da sich dieses Amt nicht zuletzt durch seinen Bezug zur Eucharistie bestimmt.

Weihe der heiligen Öle: Am Gründonnerstag oder einem anderen Tag der Karwoche werden in der Bischofskirche die für die Sakramentenspendung benötigten Öle, das Chrisam und das Katechumenenöl geweiht. Öl versinnbildlicht den Heiligen Geist Gottes.

Brauchtum
Entsprechend dem Namen des Festes wird Wert auf grünes Gemüse und Kräuter gelegt, um die Kräfte des Frühlings aufzunehmen. Der Gründonnerstag als Tag der Entlassung aus dem Büßerstand (Antlaßtag) wirkt noch in gewisser Weise als Beichttag fort. Im Zusammenhang mit dem Antlaßtag hat sich ein Zinstag herausgebildet. Das Ei, der Zins der kleinen Leute, spielt daher heute noch in manchen Gegenden eine Rolle.

Übergang zum Karfreitag
Die Evangelien berichten, daß Jesus nach dem Gebet am Ölberg gefangen genommen wurde. Judas führt die Tempelpolizei an den Ort. Jesus wird noch in der Nacht dem Hohenpriester vorgeführt und muß erleben, daß Petrus ihn verleugnet. Hier zeigt sich der Realismus der biblischen Schriftsteller, den ersten Papst nicht zu schonen.

 

KARFREITAG

Die Deutung des Todes Jesu

An den Karfreitag erinnert in fast jeder Kirche das Kreuz. Der Freitag hat auch während des Jahres den Charakter des Gedächtnisses an den Tod Jesu. Durch die Herz Jesu-Verehrung wurde diese Tradition noch einmal neu geprägt. Diese Selbstverständlichkeit des Kreuzes gab es im ersten christlichen Jahrtausend nicht. Viele Jahrhunderte lang hatten es die Christen nicht gewagt, Jesus als den Gekreuzigten darzustellen. Wer durch das Kreuz hingerichtet wurde, galt im römischen Reich als ein verachtenswerter Verbrecher. Der Film "Die Passion Christi" hat die Grausamkeit dieses Todes neu vor Augen geführt. Jesus ist zu dem schmerzlichsten und schmählichsten Tod verurteilt worden, den die damalige Zeit kannte. Für seine Anhänger brach alles zusammen. Gott mußte den Messias, der seine Sendung durch Wunder und überzeugende Worte erwiesen hatte, verlassen haben, wenn er von Heiden auf diese Weise umgebracht werden konnte. Von seinen Anhängern war nicht zu erwarten, daß sie aus diesem Sterben Hoffnung schöpfen würden. Gott mußte handeln, wenn dieser Tod nicht das Ende sein sollte.
Jesus hatte durch die Umwidmung des Paschamahles selbst seinen Tod als Sühnopfer gedeutet. Nach dem Mahl geht Jesus mit den Jüngern in einen Garten und ringt im Gebet um den Willen Gottes. Darauf folgt die Gefangennahme. Jesus wird von der jüdischen Obrigkeit verhört und von dieser an den Oberbefehlshaber der römischen Besatzungsmacht überwiesen. Die Verurteilung erfolgt in einem Hin und Her zwischen Pilatus und der jüdischen Obrigkeit, die wiederum die Menge zu steuern vermag. Pilatus bietet eine Amnestie an, die aber einem anderen Verhafteten, Barabbas, zugute kommt. Bevor Jesus zur Kreuzigung geführt wird, wird er gegeißelt und als Pseudokönig verhöhnt. Dann wird er zur Hinrichtungsstätte geführt und gekreuzigt. Selbst hier verspotten ihn noch seine Gegner. Er stirbt und wird beigesetzt.
Es gibt mehrere Motive, warum die jüdische Obrigkeit Jesus beseitigen will, ja glaubt, beseitigen zu müssen. Johannes berichtet von einer Beratung im Hohen Rat. Dabei spielen politischen Überlegungen eine entscheidende Rolle. Jesus könne Auslöser für eine Aufruhrbewegung sein, die von den Römern niedergeschlagen und mit härteren Unterdrückungsmaßnahmen beantwortet würde (Joh 11,45-53). Der Hohepriester Kaiphas spricht den berühmten Satz: "Es ist besser, daß einer für das Volk stirbt, als daß das ganze Volk zugrunde geht." Die Ablehnung des Boten Gottes durch die Juden wird von den Evangelisten als ein Motiv für den Tod Jesu dargestellt. Im Verhör vor dem Hohen Rat wird Jesus der Gotteslästerung überführt, weil er sich als Messias und Sohn Gottes bezeichnet. Vor Pilatus argumentieren die Hohen Priester, daß Jesus die Königswürde beanspruche und damit die Oberhoheit des Kaisers in Frage stellt. Im Bericht vom Prozeß vor der römischen Instanz wird die jüdische Obrigkeit als treibende Kraft dargestellt, während Pilatus schwankt, ob er ein Urteil im Sinne der Ankläger fällen soll.
Wie haben die Christen eine Antwort auf die Frage gefunden, warum Gott den Tod seines Messias hinnehmen konnte? Im Alten Testament finden sie eine Antwort und entdecken die Konturen eines göttlichen Heilsplans. Das Gebet Jesu im Garten drückt aus, daß Jesus sein Leiden als Willen Gottes akzeptiert.

Vater, alles ist dir möglich. Laß diesen Kelch an mir vorübergehen. Doch nicht, was ich will, sondern was du willst geschehe. (Mk 14,36)

Zu den Emmausjüngern sagt der Begleiter, den die beiden dann als Jesus, den Auferstandenen erkennen: Ihr Unverständigen, wie schwer fällt es euch, an all das zu glauben, was die Propheten geweissagt haben. Mußte der Messias nicht dies alles leiden und so in seine Herrlichkeit eingehen. (Lk 24,25-26) Neben dem Buch der Weisheit (2,12-22) finden sich im zweiten Teil des Jesajabuches Lieder von einem Gottesknecht. In dieser Gestalt sehen die ersten Christen das Leiden Jesu gedeutet. Das vierte Lied vom Gottesknecht wird im Karfreitagsgottesdienst gelesen. Einige Verse zeigen bereits, welche Deutungskraft das Lied für die ersten Christen, die ja Juden waren, haben mußte:

Viele haben sich über ihn entsetzt, denn er sah entstellt aus,
nicht wie ein Mensch, seine Gestalt war nicht mehr die eines Menschen.
Jetzt aber setzt er viele Völker in Staunen, Könige müssen vor ihm verstummen.
Denn wovon ihnen kein Mensch je erzählt hat, das sehen sie nun; was sie niemals hörten, das erfahren sie jetzt …..
Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden,
ein Mann voller Schmerzen, mit der Krankheit vertraut.
Wie ein Mensch, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er bei uns verfemt und verachtet.
Aber er hat unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen auf sich genommen.
Wir meinten, er sei vom Unheil getroffen, von Gott gebeugt und geschlagen.
Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden mißhandelt.
Weil die Strafe auf ihm lag, sind wir gerettet, durch seine Wunden sind wir geheilt.
Wir hatten uns alle verirrt wie die Schafe, jeder ging für sich seinen Weg.
Doch der Herr warf all unsere Sünden auf ihn.
Er wurde geplagt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf.
Wie ein Lamm, das man wegführt, um es zu schlachten,
und wie ein Schaf, das verstummt, wenn man es schert, so tat auch er seinen Mund nicht auf.
Durch Haft und Gericht kam er ums Leben, doch wen kümmerte sein Geschick?
Er wurde aus dem Land der Lebenden verstoßen und wegen der Verbrechen seines Volkes getötet.
Bei den Gottlosen gab man ihm sein Grab, bei den Verbrechern seine Ruhestätte,
obwohl er kein Unrecht getan hat, und aus seinem Mund kein unwahres Wort kam.
Doch der Herr fand Gefallen an seinem mißhandelten Knecht,
er rettete den, der sein Leben als Sühneopfer hingab…
Nachdem er so vieles ertrug, erblickt er wieder das Licht und wird erfüllt von Erkenntnis …..
denn er gab sein Leben hin und wurde zu den Verbrechern gerechnet.
Er trug die Sünden von vielen und trat für die Schuldigen ein.
(Jesaia 52,13-53, 12) Vgl. auch die anderen Gottesknechtlieder (Jesaia 42,1-9; 49,1-9; 50,4-9).

In seinem Leidensweg erweist sich Jesus nicht nur als der Gerechte. Die Evangelien sehen im Geschick Jesu Gottes Handeln. So wie Jesus seinen Weg gegangen ist, so handelt Gott. Markus führt den Hörer zu dieser Einsicht. Jesus wird nicht durch Machttaten, durch den Erweis von Überlegenheit als Sohn Gottes erkannt, sondern in seinem Tod: Als der Hauptmann, der Jesus gegenüberstand, ihn auf diese Weise sterben sah, sagte er:
"Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn." (Mk 15,39)

Entwicklung des Karfreitags
Der Gedächtnistag des Leidens und Sterbens Jesu war ein Tag der Trauer und, um das Mitleiden auszudrücken, ein Tag des Fastens. Dieses Fasten ist schon im 2. Jahrhundert bezeugt. Von daher kommt auch der Brauch, an jedem Freitag zu fasten und damit des Leidens Jesu zu gedenken. Anfangs wurde dieser Tag wohl ohne einen Gottesdienst begangen.

Liturgie
In Jerusalem entstand die Verehrung des Kreuzes, das 320 von der Kaiserin Helena wiedergefunden worden war. Im Westen entwickelte sich ein Gottesdienst mit Lesungen und Gebeten; die Verehrung des Kreuzes wurde schon früh an Orten gepflegt, die eine Reliquie des Kreuzes erhalten hatten. Bis heute wird am Karfreitag keine Messe zelebriert. Erst seit dem 7. Jahrhundert wurde eine Kommunionfeier an den Gebetsgottesdienst angeschlossen. Die Hostien werden bereits in der Gründonnerstags-messe konsekriert. Der Zeitpunkt des Karfreitagsgottesdienstes liegt seit dem Mittelalter am Nachmittag. Die Todesstunde Jesu ist nach den Berichten der Evangelien 15 Uhr. Der Karfreitagsgottesdienst hat in der katholischen Kirche eine eigenständige, sehr alte Liturgie, die ihn von anderen Gottesdiensten unterscheidet. Drei Teile bilden die Feier.
1. Wortgottesdienst
Im Mittelpunkt steht die Passion nach Johannes, der zwei Lesungen vorausgehen. Dieser Wortgottesdienst wird mit den "Großen Fürbitten" abgeschlossen, die ein hohes Alter haben.
2. Kreuzverehrung
Das seit dem 5. Fastensonntag vielerorts durch ein Tuch verhüllte Kreuz wird enthüllt. Dabei wird leitmotivisch der Vers gesungen: "Seht das Kreuz, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt". Priester, Meßdiener und auch die Gläubigen nähern sich mit drei Kniebeugen dem Kreuz und küssen oder verehren es auf andere Weise.
3. Kommunionfeier
Es werden dann die bereits am Gründonnerstag konsekrierten Hostien vom Tabernakel zum Altar gebracht. Darauf folgt dann nur die Kommunionausteilung.
Nach dem Gottesdienst wird der Altar wieder abgeräumt.

Die Darstellung des Leidens Christi in Schauspielen geht auf das Mittelalter zurück. Heute wird die Passion gesungen, oft die von J.S. Bach vertonten. Einiges Brauchtum leitet sich vom Trauercharakter des Tages ab. Der Tag darf nicht durch Tanzen entweiht werden. Der Schmied darf weder Hammer noch Nägel gebrauchen, weil sie Leidenswerkzeuge Christi waren. Man soll am Karfreitag weder ein Tier töten, noch ein Tier schlagen.

 

OSTERN                                                                                        

Auferstehung eines Ausgestossenen

Ostern erinnert an ein unwahrscheinliches Ereignis. Ein junger Mann, der hingerichtet worden war, soll wieder leben. So sagen es Frauen, die nach der Sabbatruhe am ersten Wochentag nach dem Grab schauen. Diese Mitteilung erzeugt nur Skepsis. Jesus war mit seiner Mission nicht nur gescheitert, seine Anhänger sahen in dem Tod auch bestätigt, was die Ankläger gegen Jesus vorbrachten - er ist garnicht der von Gott gesandte Messias, Gott steht nicht hinter ihm. Seine Gegner hatten ihn so am Kreuz verhöhnt: "Er hat auf Gott vertraut: der soll ihn jetzt retten, wenn er an ihm Gefallen hat." Matthäus 27,43 Jetzt hat Gott doch Gefallen an ihm, er lebt. Aber es ist doch anders als erwartet, denn auch die Gegner Jesu wären nicht überrascht gewesen, wenn Gott ihn vom Kreuz herunter geholt hätte. Rettung bedeutete für sie, daß Jesus nicht gestorben wäre. Eine solche Legende wird im Islam erzählt. Jesus sei vom Kreuz herabgestiegen, hätte Palästina verlassen und sei in Persien gestorben.
Daß Gott einen Toten zum Leben erweckt, ohne daß er wieder in die Zeit zurückkehrt, das konnten sich nur wenige vorstellen. Jesus ist nicht in die Geschichte zurückgekehrt, mit seinem letzten Wort am Kreuz "Es ist vollbracht. Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist;" war seine historische Existenz abgeschlossen. Am Ende unseres Lebens können wir nichts anderes sagen und hoffen, daß Gott uns ebenfalls nicht im Tod läßt, sondern uns auferweckt zu einem neuen Lebens. Ostern bedeutet daher nicht, daß das Leben in dieser Welt ewig dauert, sondern versetzt uns in eine neue Gegenwart, die nicht mehr der Zeit unterliegt. Jesus ist in eine neue Existenz getreten.
Die Auferstehung zu verstehen, ist noch schwieriger als den Kreuzestod, obwohl die Hinrichtung Jesu bereits ein Zumutung war, mit der seine Anhänger kaum zurecht kommen konnten. Schickte doch Gott den, den er zum Messias, zum Retter Israels bestimmt hat, in den Tod. Daß Jesus von den Römern, also von Heiden mit der schmählichsten Form der Hinrichtung, die keinem römischen Bürger zugemutet wurde, getötet wurde, mußte als Zeichen dafür verstanden werden, daß Gott seinen Gesandten hatte fallen lassen. Die Anhänger Jesu reagierten auch so, sie waren enttäuscht und mit ihren Hoffnungen am Ende. Weil die Auferstehung wider alle menschlichen Vorstellungen geschah, findet man erst über den Tod Jesu einen Zugang zur Auferstehung. Das zeigt der Vergleich mit einem Bericht aus dem Alten Testament. Im 2. Buch der Könige wird vom Propheten Elijas berichtet, daß er, ohne zu sterben, direkt mit einem Wagen in den Himmel entrückt wurde. Sein Jünger, Elischa, begleitet ihn. "Während sie miteinander gingen und redeten, erschien ein feuriger Wagen mit feurigen Pferden und trennte beide voneinander. Elija fuhr im Wirbelsturm zum Himmel empor. Elischa sah es und rief: Mein Vater, mein Vater! Wagen Israels und sein Lenker." (2 Könige 2, 11f) Jesus wurde nicht wie Elija entrückt, er starb auch nicht einfach, sondern wurde durch Geißelung und Verspottung erniedrigt und durch das Kreuz hingerichtet. Damit war er ein Ausgestoßener. Bis auf wenige wandten sich seine Anhänger enttäuscht ab. Es waren nicht nur die Schmerzen und die Erniedrigung, die Jesus durchstehen mußte, er mußte sich auch verlassen fühlen. Nur seine Mutter, der junge Johannes und einige Frauen begleiteten ihn auf seinem Weg. Die Auferstehung überspringt die bittere Realität des Menschen nicht, sie steht nicht über der Geschichte, sondern leuchtet die dunkelsten Seiten des Menschen aus.
Auferstehung bedeutet, daß der Sohn Gottes unser Leben gerade von den dunklen Seiten her kennt. Weil er sie durchlebt hat, hat er sie überwunden. Deshalb begründet die Auferstehung unsere Erlösung. Sie erlöst uns von dem Bösen, denn in ihr sind die Verurteilung, die Verleumdung, das Verlassenwerden, das qualvolle Sterben enthalten. Weil jeder von uns zumindest einiges von dem durchmachen muß, was auf Jesus im Verlauf weniger Stunden hereingebrochen ist, werden wir nicht durch das Böse, die uns angetane Verleumdung und Gewalt aus dem Leben herausgedrängt. Gerade das aber hatten die Jünger aus dem schmählichen Tod Jesu geschlossen - daß es eben vorbei ist, auch mit ihren Hoffnungen. So muß man auch denken, wenn man die menschlichen Erfahrungen heranzieht. Wer einmal ausgestoßen worden ist, wer die Anerkennung verloren hat, wer Opfer einer Verleumdung wurde, der kommt nicht mehr zurück. Gerade das sollte die Kreuzigung Jesu bewirken, daß er nicht nur in den Tod geschickt wurde, sondern auch desauviert war. Wenn man Jesus heute in Mißkredit bringen wollte, würde man ihm wahrscheinlich nachsagen, daß er Geld unterschlagen hat. Wenn er dann verurteilt wäre, wäre er auch in seiner Botschaft erledigt. Es war dann auch für Paulus und die anderen christlichen Prediger ein Problem, den Bewohnern des römischen Reiches einen Gekreuzigten als Heilbringer vorzustellen. Aus den ersten christlichen Jahrhunderten gibt es daher auch fast keine Kreuzesdarstellung. Nach Jahrhunderten der Meditation und nach den Erfahrungen mit den Diktaturen und Kriegen des 20. Jahrhunderts können wir vielleicht besser verstehen, daß ohne das Kreuz die dunklen Seiten des Menschen nicht erlöst wären. Das Kreuz läßt uns erst die volle Bedeutung der Auferstehung erkennen.

Ostern kommt von Taufe

Als Deutschland seine Wurzeln im Germanischen suchte, glaubte man, den Ursprung des Wortes "Ostern" bei einer germanischen Gottheit gefunden zu haben. Inzwischen ist deutlich, daß eine Gottheit "Eosturmonath" oder "Ostera" nie verehrt wurde. Allerdings kommt Ostern vom germanischen "ausa", das im Nordgermanischen "schöpfen, gießen" heißt. Die Namensnennung wurde als "vatni ausa" bezeichnet, d.h. "mit Wasser begießen". Die Pluralform des Wortes Ostern erklärt sich aus dem dreimaligen Begießen des Täuflings.

Osterwasser

Wasser ist wie das Licht Zeichen des Lebens. Es erhält als Taufwasser eine besondere Bedeutung. Ostern als Fest des neuen Lebens steht in ummittelbarer Beziehung zur Taufe, auch deshalb, weil in der frühen Kirche diejenigen in der Osternacht getauft wurden, die sich während der Fastenzeit darauf vorbereitet hatten. In den letzten Jahren ist Ostern wieder ein Tag, an dem Erwachsene getauft werden. Das Wasser wird während des Gottesdienstes geweiht, indem die Osterkerze in das Becken gesenkt wird. Die Gläubigen nehmen sich von dem geweihten Wasser etwas mit nach Hause.

Osterhase

In der byzantinischen Kirche gilt der Hase als Symbol für die Auferstehung, weil er beim Schlafen die Augen nicht schließen soll, ein Bild dafür, daß Jesus nicht im Tod geblieben ist. Der Osterhase der Süßwarenindustrie kam im 19. Jahrhundert auf, als genügend Kakao und Zucker zur Verfügung stand. Er hat inzwischen den Schokoladenweihnachtsmann überflügelt. Warum der Osterhase Eier legt, leitet sich vielleicht von seiner Fortbewegung ab. Er hoppelt und bleibt dann sitzen, als ob er etwas ausbrüten oder ein Ei legen würde. Es sind auch andere Tiere, denen das Bringen der Ostereier zugeschrieben wird, so dem Fuchs in Niedersachsen, dem Storch in Thüringen, dem Kuckuck in der Schweiz. Im Alpenraum sagt man, daß die Glocken, die aus Rom zurückkommen, die Eier mitbringen. Nach Rom waren sie nach dem Gründonnerstagsgottesdienst geflogen, denn ab dem Gloria der Gründonnerstagsmesse werden die Glocken bis in die Osternacht nicht mehr geläutet.

Osterkerze

Im ersten Teil des Osternachtgottesdienstes steht die Osterkerze im Mittelpunkt. Sie wird an einem Feuer außerhalb der Kirche entzündet. Sie trägt die Buchstaben Alpha und Omega, den ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabetes, die auf Christus hinweisen, durch den alles geschaffen ist und der die Geschichte durch das Weltgericht beenden wird. Neben der Jahreszahl werden noch fünf mit rotem Wachs überzogene Nägel in die Kerze gesteckt. Sie symbolisieren die fünf Wunden an den Händen, den Füßen und dem durch die Lanze durchstoßenen Herz. Der Diakon trägt die Kerze in die dunkle Kirche mit dem dreimaligen Ruf "Licht Christi". Die Gläubigen entzünden kleine Kerzen an der Osterkerze. Es folgt ein Gesang, der die Auferstehung Jesu preist. Er beginnt mit dem Wort "Exsultet":
"Frohlocket ihre Chöre der Engel, frohlocket, ihr himmlischen Scharen … preiset den Sieger, den erhabenen König." In Griechenland und anderen orthodoxen Ländern nehmen die Gläubigen von der Osterkerze das Licht mit nach Hause. Im Westen nehmen die Menschen das im Gottesdienst geweihte Wasser mit nach Hause. Die Osterkerze bleibt während der Osterzeit in der Kirche an einem für alle sichtbaren Platz stehen.

 

Ostermontag

An diesem Tag wird das Evangelium von den Emmausjüngern gelesen. Daher wird der Tag mit dem Osterspaziergang in Verbindung gebracht.

Am Ostermontag wird traditionell das Evangelium von den beiden Jüngern gelesen, die enttäuscht Jerusalem verlassen. Sie hatten gehofft, daß Jesus das Reich Davids wieder errichten und die römische Besatzung vertreiben würde. Jesus gesellt sich ihnen zu, sie erkennen ihn nicht. Er erklärt ihnen aus der jüdischen Bibel, daß "der Messias all das erleiden (mußte), um so in seine Herrlichkeit zu gelangen". (Lukas 24, 26) Als sie mit ihm in Emmaus einkehren und er mit ihnen Mahl hält, erkennen sie ihn. Jesus entzieht sich, die beiden kehren nach Jerusalem zurück.
Der durch Goethes Faust berühmt gewordene Osterspaziergang leitet sich von diesem Emmausgang her, hat aber kaum eine religiöse Bedeutung mehr, sondern wird als Frühlingsspaziergang verstanden.

 

Weißer Sonntag

Sonntag nach Ostern

Am Sonntag nach Ostern gehen Kinder im Grundschulalter zur Ersten heiligen Kommunion, sie empfangen das Abendmahl. Die Mädchen sind oft wie kleine Bräute gekleidet, die Jungen in einem neuen Anzug. Trotz der weißen Kleider der Mädchen stammt die Bezeichnung des Sonntags jedoch nicht von diesem, seit dem 16. Jahrhundert aufgekommenen Termin für die Erstkommunion, sondern weil in der frühen Kirche die an Ostern Getauften ihr weißes Gewand acht Tage später abgelegt haben. Da am Sonntag nach Ostern das Evangelium vom zweifelnden Thomas vorgelesen wird, heißt dieser Tag auch Sonntag der Zweifler.